Wohnheim „Gartenstraße”

Das Wohnheim „Gartenstraße” in Schmölln ist eine vollstationäre Einrichtung der Eingliederungshilfe, die 30 psychisch kranken und seelisch behinderten Erwachsenen ein am Normalisierungsprinzip* und Empowerment-Ansatz** orientiertes Lebensumfeld bietet. Die Grundsätze unseres Handelns können Sie im Leitbild der Einrichtung nachlesen.

Leben in unserer Einrichtung:

Das primäre Ziel unserer Einrichtung ist die Förderung der Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, d.h. die Bewohner zu befähigen, ihren Alltag weitestgehend selbst zu bestimmen und zu gestalten und sie bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen.

Diese allgemeine Zielstellung wird mit jedem Bewohner in einem individuellen Behandlungs- und Rehabilitationsplan differenziert abgestimmt.

Die Hauptintension der Betreuung in unserer Einrichtung ist die Herstellung eines ausgewogenen Verhältnisses und einer individuell unterschiedlichen Balance an sozialer Stimulation, Verpflichtung und Verantwortlichkeit einerseits und Möglichkeiten des Rückzugs, des Gewährenlassens und der Akzeptanz des So-Seins andererseits.

Durch die zentrumsnahe Lage des Hauses bieten sich vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben der Stadt Schmölln, mit ihren Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangeboten sowie mit gut erreichbaren medizinischen Versorgungsangeboten. Dadurch kann ein hohes Maß an Selbständigkeit bewahrt bzw. durch übende Begleitung erreicht werden.

Unser Wohn- und Betreuungsangebot richtet sich an psychisch Kranke/seelisch Behinderte, deren soziale und alltägliche Handlungsfähigkeit und damit Lebensqualität so eingeschränkt ist, dass sie zur Zeit nicht in der Lage sind, Ihren Alltag selbständig zu bewältigen und daher einer beschützten und fördernden Umgebung bedürfen.

Unsere Betreuungs- und Beschäftigungsangebote:

Jeder Bewohner bespricht mit seinem Bezugsbetreuer in regelmäßigen Abständen seinen individuellen Integrierten Behandlungs- und Rehabilitationsplan (IBRP), der an vorhandene Ressourcen und die jetzige Situation anknüpft und durch gemeinsame Planung entsprechender Maßnahmen die Erreichung der gesetzten Ziele anstrebt.

Aus diesem Plan ergeben sie individuell unterschiedliche Förderangebote in verschiedenen Bereichen, wie z.B.:

  • Anleitung, Unterstützung, Beratung im hauswirtschaftlichen Bereich
  • individuelle Hilfestellung bzw. Assistenz bei elementaren Alltagsfertigkeiten (Körperhygiene)
  • Unterstützung beim Zugang zu medizinischen, psychiatrischen und sozialen Hilfen
  • Beratung und Unterstützung bei der Gestaltung der Freizeit
  • Übungen zum Erhalt und zur Verbesserung von Lese-, Schreib- und Rechenkenntnissen, des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit
  • Verwaltung und/oder Beratung bzgl. Taschengeld
  • Unterstützung bei der Regelung behördlicher Angelegenheiten
  • regelmäßige Gesprächsangebote (Einzeln und/oder in Gruppen)
  • regelmäßiges Ergotherapieangebot (Einzeln und/oder in Gruppen)

Unser Betreuungsteam:

  • Die  Bewohner unseres Hauses werden 24 Stunden am Tag (von 0.00 – 4.00 Uhr bzw. 6.00 Uhr im Haus anwesende Nachtbereitschaft) von einem multiprofessionellen Team betreut. Dazu gehören Heilpädagogen, Heilerzieher, Ergotherapeuten, sowie Gruppenhelfer.
  • Geleitet wird die Einrichtung von einer Sozialpädagogin.
  • In regelmäßig stattfindenden Dienstbesprechungen und Supervisions-Sitzungen werden die Ergebnisse der Betreuungsarbeit kritisch reflektiert, Absprachen über Alltagsorganisation getroffen und fallbezogene Vorgehensweisen bei einzelnen Bewohnern festgelegt.
  • Die Einrichtung steht als Praktikumseinrichtung für Heilerzieher, Ergotherapeuten, Sozialpädagogen usw. zur Verfügung.

Das Gebäude:

  • Das Haus ist in drei Etagen gegliedert und verfügt über 22 Einzelzimmer und 4 Doppelzimmer, die jeweils mit einer eigenen Nasszelle ausgestattet sind und sich in fünf Wohngruppen unterteilen.
  • Je sechs Personen wirtschaften in einer gemeinsamen Wohnküche, die gleichzeitig zum Essen und als Gruppentreff genutzt wird. Zusätzlich stehen den Bewohnern pro Etage ein Clubraum („ausgelagertes Wohnzimmer”), ein Therapieraum sowie ein Etagenbad zur Verfügung.
  • Zur Ausstattung des Wohnraumes können gern eigene Möbelstücke bzw. Einrichtungsgegenstände mitgebracht werden. Bei Bedarf wird der Wohnraum möbliert zur Verfügung gestellt.

 

*Normalisierungsprinzip = der Mensch soll trotz seiner Einschränkungen und unter Berücksichtigung seiner Ressourcen so normal wie möglich leben, wobei Normalität ganz unterschiedlich aussehen kann

**Empowerment = Selbstkompetenz; der Mensch soll befähigt werden, sein Leben wieder selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu gestalten.